Stokke Actulum – Bereit für ein neues Kapitel

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Ein besonderes Möbelstück in der Werkelei

Vor einiger Zeit gelangte ein besonderer Schaukelstuhl in meine Werkelei – und zwar eine frühe Ausführung des Entwurfs von Peter Opsvik. Der Actulum wurde 1995 vom norwegischen Designer Peter Opsvik für Stokke entworfen.

Peter Opsvik gilt als einer der bedeutendsten Möbeldesigner Norwegens. Für Opsvik war nicht die perfekte Sitzposition entscheidend, sondern die Freiheit, sie immer wieder zu verändern. Seine Stühle laden deshalb dazu ein, in Bewegung zu bleiben. Außerdem war er Musiker und spielte Saxofon, was doch irgendwie sehr passend ist.

Dynamisches Sitzen nach Peter Opsvik

Bis etwa 2006 wurden diese ergonomischen Sitzmöbel unter der Marke Stokke verkauft. 2006 trennte Stokke seine Sparte für ergonomische Erwachsenenmöbel vom Kinderbereich. Seitdem werden dieselben Modelle – darunter Actulum, Variable, Thatsit und Ekstrem – unter der Marke Varier produziert und vertrieben. Stokke konzentriert sich seitdem auf Kindermöbel wie den Tripp Trapp.

Die Konstruktion und Grundidee sind damals wie heute identisch. Im Laufe der Jahre wurden Details wie Polsterstoffe, Farben, aber auch der Sitz und die Rückenlehne überarbeitet. Die ersten Modelle besaßen stärker ausgeformte Polster – wie bei diesem Exemplar gut zu erkennen ist. Dadurch wirkten sie weicher und noch ergonomischer. Die heutigen Ausführungen von Varier sind dagegen geradliniger gestaltet und einfacher aufgebaut, wodurch sich die Polster leichter austauschen lassen.

Die geschwungenen Kufen erlauben sanfte Schaukelbewegungen, während Sitz und Rücken den Körper flexibel unterstützen. So lädt der Actulum zu häufigen Positionswechseln ein – ganz im Sinne von Opsviks Philosophie des dynamischen Sitzens.

Aufarbeitung des Holzgestells

Das Gestell des Schaukelstuhls wurde im ersten Schritt komplett zerlegt und in mehreren Durchgängen mit unterschiedlicher Körnung geschliffen.

Besonders schön war der Moment, als nach dem Schleifen wieder das helle, glatte Eschenholz zum Vorschein kam. Gerade bei Massivholz zeigt sich immer wieder, wie viel Potenzial selbst stark gebrauchte Möbel noch besitzen. Und stark gebraucht bedeutet nicht „alt“ im Sinne von ausrangiert, sondern einfach nur: nicht mehr neu! Das ist ein anderer Blick auf die Dinge.

Neue Polster in ursprünglicher Form

Anschließend ging es an die Polster. Der alte Schaumstoff wurde entfernt und die innenliegenden Holzteile gesäubert.

Dann wurden die Bezüge aufgetrennt, um ein genaues Muster zu erhalten, mit welchem der originale Schnitt auf den neuen Stoff übertragen werden konnte. 

Die Sitz- und Rückenpolsterung wurde mit Schaumstoff und Polsterwatte neu aufgebaut und mit handgenähten farbenfrohen Bezügen versehen. Die charakteristische ergonomische Form des Originals blieb also erhalten.

Fertig für viele weitere Jahre

Das Gestell wurde dann mit einem schützenden Hartöl behandelt, was dem Holz eine warme Nuance gibt, und zusammen mit den Polstern wieder zusammengebaut. Am Ende wurden neue Filzbänder mit einem starken Kleber auf den Kufen angebracht.

Jetzt ist der Actulum bereit für viele weitere Jahre als bequemer Begleiter.

B 55 cm x T 66 cm x H 90 cm, Sitzhöhe 46 cm

Bei Interesse bitte melden.

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