Das Schränkchen und die Sache mit dem grünlichen Holz

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Ein Fund am Straßenrand

So stand dieses Schränkchen auf der Straße, als jemand es fand und für mich mitnahm. Es sah ziemlich heruntergekommen aus, doch lässt sich eigentlich aus allem etwas machen! Das ist ja das Tolle an Holz: man kann es in vielen Variationen aufarbeiten und gestalten.

An diesem Schränkchen habe ich lange herumgewerkelt: Ich hatte eine Vorstellung davon, wie ich es aufarbeiten wollte, doch musste ich meinen Gestaltungsplan mehrmals während des Prozesses anpassen.

Im ersten Schritt wurde alles, was irgendwo angeschraubt war, abgebaut: die Griffe, die Scharniere. An einigen Stellen holte ich rostige Nägel aus dem Holz und on top entfernte ich brüchiges Linoleum. Innen war das Schränkchen ziemlich verschmutzt und es roch unangenehm.

Der Plan: schönes helles Holz

Mit dem Heißluftfön arbeitete ich die Farbe herunter. Stellenweise zeigte sich schönes, rosiges, helles Holz.

Daher beschloss ich, die Kommode zu schleifen, um diesen frischen Ton zu erhalten. Vorher mussten aber einige Stellen repariert werden.

Doch es zeigte sich, dass das Holz nach dem Schleifen fleckig und der hellblaue Lack tief in das Holz bzw. in die Vertiefungen und Ritzen eingedrungen war. So wollte ich das nicht lassen.

Um eine gereinigte und gleichmäßig gefärbte Holzoptik zu erhalten, laugte ich das Schränkchen ab. Das klappte auch ganz gut. Nach dem Trocknen jedoch, erschien das Holz grünlich und schmuddelig verfärbt! Und so begann die zweite Schleifrunde, um den Grünschimmer zu entfernen und eine Holzoptik zu ermöglichen.

Doch das Holz hatte sich nicht nur oberflächlich verfärbt. Kiefer hat Frühholz und Spätholz mit unterschiedlicher Dichte und Harzgehalt. Die Lauge greift diese Bereiche unterschiedlich stark an – dadurch wirken Farbveränderungen oft fleckig oder grünstichig. Auch durch eine Neutralisierung der Lauge hätte sich das nicht mehr verändern lassen. Und so blieb das Schleifen wirkungslos.

Also doch: Farbe und Gestaltung

Ich konnte also keine Holzoptik feiern, sondern musste überlegen, wie ich das Schränkchen mit Farbe gestalten konnte. Ich liebe die Holzmaserung, also entschied ich mich für eine Lasur, damit sie trotzdem sichtbar blieb.

Zwischenzeitlich hatte ich ein festes Papier gefunden, das ich auf die Oberfläche leimen wollte. Dies sollte der Eyecatcher sein und dafür musste ich nun einen passenden Farbton finden. Ich entschied mich für eine weißgraue Lasur.

Vorher wurde das Schränkchen aber innen gründlich gereinigt und stellenweise geschliffen.

Das Schränkchen in seinem neuen Kleid

Die Schubladen wurden ebenfalls gestrichen und mit dem gleichen Papier ausgelegt und sorgen so für eine kleine Überraschung, wenn man sie öffnet. Und auch die Tür zeigt die üppigen Blumen auf der Innenseite. Jetzt mussten noch Griffe für die Schubladen und die Tür gefunden werden: große weinrote Keramik-Knäufe wählte ich dafür.

Am Ende wurde die Oberfläche mehrmals tuchmatt lackiert, um sie wasser- und schmutzabweisend zu machen. Die Leisten wurden angebracht, ebenso die Füße, und zum Schluss Scharniere und Knäufe.

Das Schränkchen zeigt sich in seinem neuen Look sehr kontrastreich, und ich kann mir gut vorstellen, dass sie mal in einem Blumenladen oder in einer Küche steht.

Der kleine Schrank ist jetzt im Kaufladen. Wenn er dir gefällt, melde dich gern und schreib mir eine Nachricht.

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