„Blau trägt Bunt“ – Kommode einmal anders

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Diese schlichte Holzkommode wurde mir geschenkt, um etwas Besonderes und Schönes daraus zu machen. Ihre Grundform war zeitlos, das Holz in gutem Zustand. So war schnell klar, dass sie das Potenzial für eine vollständige Verwandlung mitbrachte.

Im ersten Schritt wurde die Kommode gründlich gereinigt. Anschließend entnahm ich die Schubladen und zerlegte sie in ihre Einzelteile, was die weitere Arbeit deutlich erleichterte. Da die Kommode bereits für jemanden bestimmt war und ihren Platz in einem Jugendzimmer finden sollte, floss dieser Gedanke von Anfang an in die Gestaltung mit ein.

Die Ablagefläche wollte ich vollständig schleifen, um die Holzoptik zu erhalten und bewusst als ruhigen Gegenpol einzusetzen. Für die Fronten der Schubladen entschied ich mich für eine lebendige, farbenfrohe Tapete, die gut zu den lila- und hellgrauen Wänden des Zimmers passen würde und dem Möbelstück eine frische, verspielte Note verleiht.

Der Korpus sollte in einem Blauton gestrichen werden, der sich farblich in der Tapete wiederfindet. Auch die kleinen Knäufe und die Füße wurden abgebaut, gereinigt und im gleichen Farbton gestrichen. Am Ende entschied ich mich außerdem dafür, die Böden der Schubladen ebenfalls blau zu streichen, um ein stimmiges und geschlossenes Gesamtbild zu erhalten.

Vor dem Streichen wurden alle Flächen angeschliffen und anschließend gründlich vom Staub befreit. Die Streich-Arbeiten erfolgten in mehreren Durchgängen. Ich arbeite dabei bewusst mit sehr dünnen Schichten, die ich mehrfach auftrage – das Ergebnis ist gleichmäßiger und langlebiger, auch wenn es etwas mehr Geduld erfordert. Zwei Tage lang lagen die einzelnen Teile im gesamten Zimmer verteilt und trockneten vor sich hin.

Dann folgte der schönste Arbeitsschritt: Die Tapete wurde passgenau zugeschnitten und auf die Fronten der kleinen und großen Schubladen aufgebracht. Nach dem sorgfältigen Glätten und Trocknen lackierte ich die Flächen mehrfach. Diese Schutzschicht macht die Oberfläche wasser- und stoßfest und sorgt dafür, dass die Kommode alltagstauglich und entspannt genutzt werden kann.

Nachdem alles vollständig getrocknet war, setzte ich die einzelnen Teile wieder zusammen, schraubte die Knäufe an und setzte die Schubladen ein. Erst in diesem Moment entsteht der wirkliche Gesamteindruck – und die Kommode zeigt, was aus ihr geworden ist.

Die Kommode ist inzwischen an ihre neue Besitzerin gegangen. Ich spiele allerdings noch mit dem Gedanken, die Knäufe gegen etwas größere in der Farbe Rosa auszutauschen. Die Tapete ist so lebendig und präsent, dass die aktuellen Knäufe ziemlich in den Hintergrund treten – vielleicht wäre ein größerer Akzent hier noch das i-Tüpfelchen.

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